Eingewöhnung

Wie kann die Eingewöhnung gut gelingen?
Wann ist die Eingewöhnungszeit beendet?
Was muss das Kind und der Erwachsene bewältigen?
Empfehlungen für die begleitenden Eltern/Bindungspersonen
Wann fällt die Entscheidung für die Dauer der Eingewöhnungszeit?
Zusammenfassung


Wie kann die Eingewöhnung gut gelingen?

Baby Unseren Erfahrungen nach ist die erste Zeit in der Krippe eine besonders sensible Phase, die je nach Kind ganz individuell gestaltet werden muss.
"Das Kind gibt das Tempo vor und bekommt die Zeit, die es braucht."
Eine feste Eingewöhnungszeit wird es nicht geben, denn der Zeitraum kann je nach Kind und Alter länger oder kürzer sein. Diese Zeit wird mit den Eltern gemeinsam gestaltet, denn uns ist es wichtig, dass es den Eltern und den Kindern dabei gut geht. Bitte planen Sie vor Ihrem Arbeitsbeginn genug Zeit für die Eingewöhnung ein, da diese schneller und problemloser vonstatten geht, wenn man unter keinem Zeitdruck steht.
Die begleitete Eingewöhnungszeit dauert erfahrungsgemäß mindestens zwei Wochen. Für eine Mehrzahl der Krippenkinder sind drei bis vier Wochen notwendig.
Die tägliche, begleitete Anwesenheitszeit des Kindes in der Einrichtung sollte während der Eingewöhnung eine Stunde dauern.

Wann ist die Eingewöhnungszeit beendet?

Sie ist beendet, wenn das Kind eine tragfähige Beziehung zum/zur ErzieherIn aufgebaut hat und bei Bedarf von ihr/ihm beruhigt werden kann.

Was muss das Kind und der Erwachsene bewältigen?

Für das Kind, das neu in die Krippengruppe kommt, ist sicherlich vieles unbekannt. Wir beobachten, dass Kinder ihre Umwelt noch mit allen Sinnen wahrnehmen. Vielleicht werden bei dem Kind jetzt alle Sinne neu angesprochen: der Geschmackssinn durch ein anderes Essen, der Geruchssinn durch den Umgang mit neuen Kindern und Erwachsenen, der Hörsinn durch neue Geräusche in der Gruppe, der Tastsinn durch neue Bodenbeläge, die das Krabbelkind berührt. Mit allen Sinnen erlebt das Kind also eine neue Welt.
In dieser Zeit spürt das Kind also viele Veränderungen in seinem Leben, sammelt viele neue Eindrücke und ist vielleicht zum ersten Mal mit Erlebnissen von Trennung und Abschied konfrontiert.
Für diesen Lernprozess braucht das Kind unbedingt die Unterstützung seiner Eltern oder einer anderen Bindungsperson, die es in den Wochen vor dem Krippeneintritt primär betreut hat.
Auch für die Familien ist die Aufnahme ihres Kindes in die Kinderkrippe etwas Neues und Fremdes, das evtl. mit Unsicherheiten behaftet ist.
Alle Beteiligten haben einen Anspruch darauf, dass ihre Gefühle und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. In dieser Zeit besteht die Chance sich gegenseitig kennen zu lernen, den Umgang der ErzieherInnen mit den Kindern zu erleben und im ständigen Austausch Probleme anzusprechen.

Empfehlungen für die begleitenden Eltern/Bindungspersonen:

Die Eltern sollten sich im Gruppenraum passiv verhalten, ihr Kind auf keinen Fall drängen, sich von ihnen zu entfernen und es immer akzeptieren, wenn das Kind ihre Nähe sucht. Das Kind wird von selbst beginnen, die neue Umgebung zu erkunden, wenn es dazu bereit ist. Auf jeden Fall will es sich der Aufmerksamkeit der Eltern für sein Tun sicher sein und sich gegebenenfalls in den "sicheren Hafen" flüchten.
Die Aufgabe des eingewöhnenden Elternteils ist exakt dieser "sichere Hafen".
Sie sollten weder versuchen das Kind zu unterhalten, noch sollte mit anderen Kindern gespielt werden. Das Kind braucht vor allem in den ersten drei Tagen das Gefühl, jederzeit die Aufmerksamkeit des Elternteils zu haben. Trennungsversuche finden in der ersten Woche nicht statt.
Um dem Kind einen guten Start zu ermöglichen, sollte es in dieser Zeit gesund und ausgeschlafen in die Krippe kommen.

Wann fällt die Entscheidung für die Dauer der Eingewöhnungszeit?

Kind genießt fremdes Essen Der/Die ErzieherIn versucht ohne zu drängeln, am besten über Spielangebote oder Beteiligung am Spiel des Kindes, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Sie/Er beobachtet sorgfältig und sucht nach Anhaltspunkten, die für eine kürzere oder längere Eingewöhnungszeit sprechen.
Das Kind soll mit der neuen Umgebung vertraut sein, wenn es dort zum ersten Mal alleine bleibt. Es soll spüren, dass es dort willkommen ist, dass seine Bedürfnisse und Neigungen wahrgenommen werden, so als ob es zu guten Bekannten und Freuden zu Besuch kommt. Durch die behutsame Eingewöhnung erhält das Kind die Möglichkeit, Vertrauen in die ErzieherInnen aufzubauen.
Das Kind kann in dieser Zeit auch beobachten, wie die Eltern sich gegenüber den Erziehern verhalten, ob diese für geeignet gehalten werden, Aufgaben zu übernehmen, die bisher den Eltern vorbehalten waren. Dies ist für das Kind von sehr großer Bedeutung.
Es erfährt wie die Erwachsenen sich im Umgang miteinander, mit den Kindern und die Kinder untereinander verhalten, ob auch negative Gefühle angstfrei gezeigt werden dürfen, ob es irgendwelche Spannungen gibt.
Die Wiederholung und Regelmäßigkeit der Ereignisse im Tagesablauf werden ihm Sicherheit geben, dass es in der Krippe nichts Unerwartetes und Angstmachendes erwarten muss. Erst wenn diese Sicherheit gegeben ist, wird es sich in andere Bereiche vorwagen und auf die Anwesenheit der Eltern verzichten können.

Geben Sie sich und ihrem Kind genügend Zeit, mindestens drei Wochen, für die Eingewöhnung. In dieser Zeit erleben sie das Verhalten und den Umgang ihres Kindes in der Gruppe aktiv mit und stehen mit dem betreuenden Fachpersonal im Gespräch.

Zusammenfassung:

  1. Eingewöhnungswoche: Diese Zeit wird meist von den Eltern auf unserem Sofa im großen Spielzimmer verbracht.
  2. Woche: Oft ist es jetzt schon möglich eine räumliche Trennung von Eltern/Kind zu versuchen. Die Eltern ziehen sich in unsere Küche zurück und genießen bei einem Kaffee oder Tee ihr mitgebrachtes Buch oder schneiden uns Obst und schmieren Brote.
  3. Woche: Nun ist es soweit, der Abschied sollte bewusst durch eine kurze Verabschiedung erlebt werden. Die Eltern verlassen für 30 Minuten das erste Mal die Einrichtung und kommen verlässlich nach dieser ausgemachten Zeit wieder. Das Kind wird dadurch erfahren, dass die Eltern immer wieder kommen in einem Zeitrahmen, den das Kind ermessen kann. Wichtig ist noch die telefonische Erreichbarkeit der Erziehungsberechtigten (Handynummer in der Krippe angeben).